die Methoden des Schema Coachings

Die Methoden des Schema Coachings
 

Schema Coaching ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz - es nutzt Konzepte der in den 1990er Jahren entwickelten Schematherapie nach Jeffrey Young und überträgt diese in den Rahmen von lösungsorientiertem Coaching. 

Wichtig: Mein Angebot richtet sich ausschließlich an psychisch gesunde Menschen und ist eine Form der Beratung. Ich biete keine Therapie an. Schema Coaching ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.

Die Grundannahme der Schematherapie ist, dass jeder Mensch grundlegende emotionale Bedürfnisse hat. Werden diese in der Kindheit und Jugend nicht ausreichend erfüllt, entstehen daraus stabile Muster aus Gefühlen, Gedanken und Überzeugungen – sogenannte Schemata. Sie wirken wie eine unsichtbare Brille, durch die Sie sich selbst, andere Menschen und die Welt wahrnehmen.

Ein Modus beschreibt demgegenüber den aktuellen emotionalen Zustand im Hier und Jetzt. Er umfasst verschiedene innere Anteile und Reaktionsweisen, die in bestimmten Situationen aktiviert werden und Ihr Erleben sowie Verhalten prägen.

Die fünf Grundbedürfnisse nach Jeffrey Young sind: 

  • Sichere Bindung, Akzeptanz & Fürsorge
  • Autonomie, Kompetenz & Identitätsgefühl
  • Realistische Grenzen & Selbstkontrolle
  • Freiheit im Ausdruck von Gefühlen & Bedürfnissen
  • Spontanität & Spiel


Das Modusmodell

 

Damit Sie sich selbst besser verstehen und Ihre aktuellen emotionalen Zustände einordnen können, arbeitet das Schema Coaching mit dem Modusmodell. Bildlich können Sie sich das wie eine innere Wohngemeinschaft vorstellen, wobei Sie sich immer in einem anderen Zimmer – einem anderen emotionalen Zustand – befinden.

 

Die Kindmodi (links unten im Bild) spiegeln Gefühle, Bedürfnisse und Reaktionsweisen wider, die ihren Ursprung häufig in der Kindheit oder Jugend haben. 

Das verletzliche Kind fühlt sich beispielsweise einsam, traurig oder nicht gut genug. Das ärgerliche Kind reagiert mit Wut oder Trotz, während es dem undisziplinierten Kind schwerfällt, Frustration auszuhalten oder Bedürfnisse aufzuschieben. Daneben gibt es das glückliche Kind (oben im Bild)– den Anteil, der sich sicher fühlt, Freude erlebt und unbeschwert sein kann.

 

Die Elternmodi (im Stamm im Bild) sind Ihre inneren kritischen oder fordernden Stimmen. Sie haben ihren Ursprung häufig in Ihrer Kindheit und wurden durch prägende Erfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen und Ihrem Umfeld geformt – beispielsweise durch hohe Leistungsanforderungen, starke Kritik oder Verurteilungen. 

Während des Coachings lernen Sie, diese Stimmen zu erkennen, ihren Ursprung zu verstehen und ihren Einfluss zu verringern. So kann Ihr gesunder Erwachsenenmodus zunehmend die Führung übernehmen.

 

Die Bewältigungsmodi (rechts vom Baum im Bild) sind innere Schutzstrategien, die helfen, mit schwierigen Gefühlen und Situationen umzugehen. Sie entstehen häufig im Laufe der Entwicklung und sind Versuche, emotionalen Schmerz oder Überforderung zu vermeiden. 

Man unterscheidet zwischen Vermeidung, Unterwerfung und Überkompensation – je nachdem, ob Sie sich inneren Konflikten eher entziehen, sich anpassen oder sie durch ein entgegengesetztes Verhalten überdecken.

 

Der fitte Erwachsenenmodus (oben im Bild) ist Ihr innerer Dirigent und Anker. Mit diesem Anteil begegnen Sie sich verständnisvoll und fürsorglich. Er hilft Ihnen, Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, Ihre Emotionen zu regulieren und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Im Schema Coaching stärken Sie diesen Anteil gemeinsam mit dem glücklichen Kind. So entwickeln Sie mehr innere Stabilität, Selbstmitgefühl und die Freiheit, Ihr Leben zunehmend nach Ihren eigenen Werten und Bedürfnissen zu gestalten.


Imagination

Um Zugang zu Ihren Emotionen und Ressourcen zu erhalten, bedienen wir uns unter anderem der Imagination (angeleitete innere Bilder). 

 

Wir nutzen innere Bilder, um Ressourcen zu aktivieren und zu verstärken, sowie blockierte Emotionen, alte Verhaltensmuster und deren Ursprung bewusst werden zu lassen.

Durch die Imagination dürfen Erfahrungen entstehen, die früher gefehlt haben – etwa Schutz, Sicherheit, Trost oder Unterstützung. Dadurch kann es Ihnen leichter fallen, alte Muster und Verhaltensweisen zu verändern oder loszulassen.


Stuhldialog

 

Ähnlich wie die Imagination hilft uns die Stühlearbeit dabei, Ihre Emotionen und inneren Anteile erlebbar zu machen.

Bei dieser Methode stehen mehrere Stühle im Raum, die jeweils für einen Modus stehen – beispielsweise den verletzlichen Kindmodus oder den strafenden Elternmodus. 

 

 

Indem Sie sich nacheinander auf die verschiedenen Stühle setzen, treten Sie mit Ihren unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen in Kontakt und erleben deren Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse bewusst. Dadurch wird ein Perspektivwechsel möglich und die Dynamik zwischen Ihren Modi wird greifbar.

Im weiteren Verlauf lassen wir die einzelnen Anteile miteinander in den Dialog treten. So werden innere Konflikte deutlich und verständlich. Das unterstützt Sie dabei, Ihre Emotionen und Reaktionsmuster im Alltag besser einzuordnen und bewusstere Entscheidungen im Umgang mit ihnen zu treffen.

Ziel ist es, Ihren fitten Erwachsenenmodus und Ihr glückliches Kind zu stärken, damit Sie Ihren inneren Anteilen mit mehr Klarheit, Selbstmitgefühl und Handlungsspielraum begegnen können.

Die räumliche Darstellung macht innere Prozesse sichtbar und kann Ihnen helfen, Ordnung in das innere Erleben zu bringen. So kann es leichter werden, sich weniger von automatischen Mustern leiten zu lassen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu handeln.

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